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	<title>Das Werden des freien Menschen &#187; Thomas</title>
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	<description>Wege und Mittel von Ausgrenzung, Verfolgung und Verleumdung in der Gegenwartskultur und ihre Auswirkungen auf den Menschen.</description>
	<pubDate>Tue, 20 Mar 2012 11:05:40 +0000</pubDate>
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		<title>Pythagoras – Mathematiker und Philosoph</title>
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		<pubDate>Tue, 07 Jun 2011 22:07:55 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Thomas</dc:creator>
		
		<category><![CDATA[Fallbeispiele]]></category>

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Der „Satz von Pythagoras“, eine der Grundlagen des trigonometrischen Mathematikunterrichts, ist heute wohl jedem Schüler geläufig. Neben der Formel „a2+b2=c2“ prangt im Schulbuch zumeist noch das Konterfei eines bärtigen Griechen mit hoher Stirn, welcher diesen epochalen geometrischen Zusammenhang bereits vor mehr als zwei Jahrtausenden ausgebrütet hat. 
Die Tatsache, dass Pythagoras seine Erkenntnisse und Berechnungen ohne [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><img style="20px" src="http://selbstwerden.de/wp-content/uploads/Thomas/pythagoras2.jpg" alt="Aivanhov Portrait" align="right" /></p>
<p class="MsoNormal"><span>Der „Satz von Pythagoras“, eine der Grundlagen des trigonometrischen Mathematikunterrichts, ist heute wohl jedem Schüler geläufig. Neben der Formel „a<sup>2</sup>+b<sup>2</sup>=c<sup>2</sup>“ prangt im Schulbuch zumeist noch das Konterfei eines bärtigen Griechen mit hoher Stirn, welcher diesen epochalen geometrischen Zusammenhang bereits vor mehr als zwei Jahrtausenden ausgebrütet hat. </span></p>
<p class="MsoNormal"><span>Die Tatsache, dass Pythagoras seine Erkenntnisse und Berechnungen ohne Taschenrechner und Computerunterstützung vollzog und in einer „barbarischen Zeit“ über umfassende Kenntnisse der Arithmetik, Geometrie, Astronomie und Musiktheorie verfügte, ringt dem verdutzten Tafelklässler schließlich doch einigen Respekt vor diesem Kopf ab.</span></p>
<p class="MsoNormal"><span>Wer sich über den Schulunterricht hinaus für Pythagoras (570-510 v. Chr.) interessiert und etwas tiefer recherchiert, erfährt mit Erstaunen, dass dieser nicht nur ein genialer Pionier der Mathematik und Naturwissenschaften war, sondern vor allem um die Begründung der antiken Philosophie und um die Weiterentwicklung der Humanität bemüht war.</span></p>
<p class="MsoNormal"><span>So geht der Begriff „Philosoph“ auf Pythagoras zurück und bedeutet wörtlich „Freund der Weisheit“ (griech. <em>philos</em>=Freund + <em>sophos/sophia</em>=Weisheit). </span></p>
<p class="MsoNormal"><span>Pythagoras selbst erwarb sich diese Weisheit auf für damalige Verhältnisse sehr ungewöhnliche Weise. Bereits als Zwanzigjähriger begab er sich auf eine über zwei Jahrzehnte dauernde Reise, bei welcher er die gesamte in der antiken Zeit bekannte Welt besuchte, darunter Ägypten, Babylonien, Arabien und Indien.</span></p>
<p class="MsoNormal"><span><span> </span>In jedem Kulturkreis suchte Pythagoras die jeweils geisteswissenschaftlich führenden Persönlichkeiten auf, um von ihnen zu lernen. Da ihm selbst bald der Ruf eines hohen Gelehrten vorauseilte, erhielt er überall Zutritt zu an sich geheim gehaltenem Wissen. Nachdem er sich auf gefahrvollen Reisen mit<span> </span>den verschiedensten religiösen Anschauungen und naturwissenschaftlichen Kenntnissen vertraut gemacht hatte, kehrte er schließlich als vierzigjähiger Mann nach Samos zurück.</span></p>
<p class="MsoNormal"><span>Selbst sein Zeitgenosse und „philosophischer Konkurrent“ Heraklit attestierte Pythagoras, dass er derjenige Mensch gewesen sei, der das allermeiste Wissen der Welt gesammelt habe.</span></p>
<p class="MsoNormal"><span>In seiner Heimat wollte Pythagoras seinen Wissensschatz zum Wohle der Allgemeinheit lehren. Seine unter freiem Himmel gehaltenen Vorträge stießen jedoch schnell auf Unverständnis und Kritik. Durch Drohungen und Anfeindungen seines Lebens nicht mehr sicher, verließ er seine Heimat wieder und zog weiter nach Unteritalien, an die Küste des heutigen Kalabrien.</span></p>
<p><span>In der Stadt Kroton fand Pythagoras schließlich die Voraussetzungen zur Gründung einer Schule der Philosophie, deren Bestreben es war, den Menschen zu ethischer und moralischer Reife zu führen und ihn damit von den Bedingungen des Daseins („dem Gesetz der Notwendigkeit“) zu befreien. Die Mitglieder waren bestrebt, Maß, Ordnung und Harmonie zu erkennen und die im Inneren des Menschen waltenden, gegensätzlichen Kräfte zum Ausgleich zu bringen. Die pythagoreischen Grundsätze sollten die Schüler auch in Familie und Staat einbringen.</span></p>
<p><span>Bevor jemand in die Schule aufgenommen wurde, musste er sich strengen ethischen Prüfungen unterziehen, welchen viele Anwärter nicht gewachsen waren. Wenn ein Neuling aufgenommen war, durfte er die ihn drängenden Fragen nicht sogleich aussprechen, sondern musste in Gegenwart von Pythagoras zunächst fünf Jahre lang schweigen. Die Schulung ging einher mit einem umfangreichen Verhaltenskodex, welcher an mittelalterliche Mönchsgelübde erinnert und welcher die persönliche moralische Entwicklung gewährleisten sollte (Verzicht auf Besitz, Pazifismus/Verbot des Tötens, Keuschheit, Mildtätigkeit etc.).</span></p>
<p><span>Ungeachtet dieser hohen Anforderungen strömten von weit her Menschen in die Schule, um am einzigartigen Wissen von Pythagoras teilzuhaben. Selbst die gebildetsten Menschen des Landes sahen Pythagoras als unanfechtbare geistige Autorität an, welche allen Dingen auf den Grund sehen kann.</span></p>
<p><span>So gewann die pythagoräische Schule rasch an Einfluss und Ansehen. Auch die führenden Persönlichkeiten von Kroton erkannten die Kapazität von Pythagoras und gaben die soziale und politische Entwicklung der Stadt in seine Hand. Die Hauptstadt der Pythagoreer erhielt<span> </span>bald Einfluss über alle umliegenden Stadtstaaten, in welchen ebenfalls pythagoreische Gemeinschaften gegründet wurden. Zur Zeit der Hochblüte der Schule hatten Schüler des Pythagoras in fast allen süditalienischen Städten die wichtigsten Ämter inne und bestimmten das kulturelle Leben.</span></p>
<p><span>Parallel mit dem Aufbau der Schule gingen jedoch auch vehemente Anfeindungen und Verleumdungen einher. In der antiken Welt, in welcher man Menschen kategorisch in Griechen und „Barbaren“ (=Nicht-Griechen) einzuteilen pflegte, stieß die Lehre des Pythagoras, wonach alle Menschen gleich sind und sich daher brüderlich verhalten sollten, auf Widerstand. Schließlich wurden in die Schule des Pythagoras nicht nur Nicht-Griechen, sondern auch Frauen aufgenommen, welche sogar führende Positionen einnehmen konnten. Auch Sklaven wurden brüderlich behandelt und durften am Tisch der pythagoreischen Hausherren sitzen. - Eine für damalige Verhältnisse vollkommen revolutionäre Haltung, welche von konservativen Bürgern auch als Frevel gegen die etablierten Verhältnisse aufgefasst wurde.</span></p>
<p><span>Den latenten Unmut der Bürger machte sich Kylon, ein vermögender Adeliger und Gegner von Pythagoras (er wurde von diesem wegen mangelnder ethischer Voraussetzungen von der Schule abgewiesen) zunutze, um mit Hilfe des populistischen Redners Ninon wirkungsvoll gegen die Pythagoreer zu hetzen und diese beim Volk in Misskredit zu bringen.</span></p>
<p><span>Durch zahlreiche Diffamierungen aufgestachelt, eskalierte schließlich die Lage, indem ein wütender Mob von mehreren hundert Menschen das Hauptquartier der Pythagoreer belagerte und in Brand setzte. Nachdem Pythagoras getötet war, wurden auch seine über Süditalien und Sizilien verstreuten Anhänger systematisch verfolgt und umgebracht. Einigen Pythagoreern gelang es, sich auf das griechische Festland zu retten und dort neue Schulen im Sinne des Pythagoras zu gründen.<span> </span></span></p>
<p><span>Das von Pythagoras gesammelte Wissen wurde jedoch fast vollständig vernichtet, sodass heute nur noch vereinzelte Fragmente aus seinem Werk erhalten sind, darunter die „Goldenen Verse“ (lat. „Carmen aureum“),<span> </span>das sind in Hexametern gefasste Lebensregeln.</span></p>
<p><span>Obwohl es seinen Gegnern gelang, das Werk von Pythagoras fast vollständig auszumerzen, ist es  erstaunlich, in welcher Weise das Gedankengut des Pythagoras dennoch seinen Weg durch die Geschichte gemacht hat.</span></p>
<p><span>Mittlerweile sind die von den Pythagoreern gelebten Ideale: Schutz des Lebens und der Freiheit, Gleichheit , Gerechtigkeit und Brüderlichkeit in den Verfassungen der meisten Demokratien sowie in der Allgemeinen Menschenrechtserklärung verankert.</span></p>
<p><span>Pythagoras gilt heute als der Inbegriff progressiven Forschergeistes und als Ahnvater der Naturwissenschaft.</span></p>
<p><span>Seine Gedanken blieben auch im philosophischen Diskurs wegweisend und<span> </span>wurden von den größten Denkern der Geschichte immer wieder aufgegriffen und neu belebt: </span></p>
<p><span>Einer der bedeutendsten Pythagoreer des 4. Jhdts. v. Chr. war Archytas von Tarent, welcher sich gleichzeitig als Staatsmann, Heerführer, Philosoph, Physiker und Ingenieur betätigte. Er unterhielt eine Freundschaft zu Platon (428-347 v. Chr.), welcher sich ebenfalls intensiv mit der pythagoreischen Philosophie befasste. Auch nach dem Tod Platons dauerte in dessen Platonischer Akademie die Beschäftigung mit dem Pythagoreismus an. </span></p>
<p><span>Das pythagoreische Streben nach Weisheit wurde auch von Aristoleles (384-322 v. Chr.) rezipiert: Weisheit ist die erste aristotelische Tugend und als unmoralisch definiert Aristoteles schlichtweg jenen Menschen, der nicht nach Weisheit strebt.</span></p>
<p><span>In der von Quintus Sextius im 1. Jahrhundert v. Chr. in Rom gegründeten Philosophenschule der Sextier wurden neben stoischen auch pythagoreische Lehren vertreten. Dieser<span> </span>Schule gehörte Sotion, der Lehrer Senecas, an. Von da her übernahm Seneca unter anderem die pythagoreische Übung der kritischen Tagesreflexion am Abend, mit der man für sich Bilanz zog: „Welches deiner charakterlichen Übel hast du heute geheilt? Welchem Laster hast du widerstanden? In welcher Hinsicht bist du besser geworden?“</span></p>
<p><span>Der Dichter Ovid (43 v. Chr.-17 n. Chr.) entwickelte<span> </span>im 15. Buch seiner Metamorphosen einen fiktiven Lehrvortrag des Pythagoras und trug damit ebenfalls zur Verbreitung des pythagoreischen Gedankenguts bei.</span></p>
<p>Die heute unter Historikern geführte Kontroverse, ob Pythagoras in erster Linie ein Wissenschaftler oder ein Mystiker gewesen sei, ist insofern irrelevant, als hierbei der Umstand der antiken Bewusstseinverfassung verkannt wird. In der Antike waren Naturerkenntnis, Kunst und Metaphysik/Glaube genauso selbstverständlich miteinander verknüpft, wie es heute als selbstverständlich erscheint, diese Disziplinen scharf voneinander zu trennen.</p>
<p><span>Auch in der Neuzeit haben sich seit der Renaissance zahlreiche Naturphilosophen stark von pythagoreischem Gedankengut beeinflussen lassen.<span> </span>Ausdrücklich zur pythagoreischen Tradition bekannt haben sich u.a. der Astronom Johannes Kepler (1571-1630) und die Humanisten Giovanni Pico della Mirandola (1463–1494) und Johannes Reuchlin (1455–1522). Der Physik-Nobelpreisträger Werner Heisenberg verwies hinsichtlich der „Entdeckung der mathematischen Bedingtheit der Harmonie“ auf Pythagoras und meinte, die moderne Naturwissenschaft sei „eine konsequente Durchführung des Programms der Pythagoreer“.</span></p>
<p><span>Das pythagoreische Denken, wonach die Dinge nicht in sich selbst bestehen, sondern nur durch ihre mathematischen und zeitlichen Beziehungen zueinander entsprechende Resultate in Erscheinung treten lassen, findet schließlich in der Relativitätstheorie Albert Einsteins ihre Bestätigung.</span></p>
<p><span>Anhand der Geschichte der Pythagoreer zeigt sich wiederum, dass es gerade die Gedanken derjenigen Menschen sind, welche als Bausteine der Zukunft dienen, die für Ihren pionierhaften Einsatz für die Humanität ihren guten Ruf, ihre Gesundheit oder sogar ihr Leben opfern mussten.</span></p>
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		<title>Überwindung öffentlicher Diffamierung am Beispiel des bulgarischen Weisheitslehrers Mikhael Aivanhov</title>
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		<pubDate>Tue, 24 May 2011 10:27:48 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Thomas</dc:creator>
		
		<category><![CDATA[Fallbeispiele]]></category>

		<category><![CDATA[Beinsa Duna]]></category>

		<category><![CDATA[Mikhael Aivanhov]]></category>

		<category><![CDATA[Peter Deunov]]></category>

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		<description><![CDATA[ Der inzwischen weltweit bekannte Philosoph und spirituelle Lehrer Mikhael Aivanhov kam 1937 aus seiner Heimat Bulgarien nach Frankreich, wo er in der Tradition des christlichen Gnostikers Peter Deunov (1864-1944) die Glaubensgemeinschaft „Fraternité Blanche Universelle“ („Universelle Weiße Bruderschaft“) gründete. Mit seinen Vorträgen, die stets die Entwicklung des Menschen zu mehr Spiritualität und zu einer umfassenderen [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><img style="10px" src="http://selbstwerden.de/wp-content/uploads/Thomas/Aivanhov1a.jpg" alt="Aivanhov Portrait" /> Der inzwischen weltweit bekannte Philosoph und spirituelle Lehrer Mikhael Aivanhov kam 1937 aus seiner Heimat Bulgarien nach Frankreich, wo er in der Tradition des christlichen Gnostikers Peter Deunov (1864-1944) die Glaubensgemeinschaft „Fraternité Blanche Universelle“ („Universelle Weiße Bruderschaft“) gründete. Mit seinen Vorträgen, die stets die Entwicklung des Menschen zu mehr Spiritualität und zu einer umfassenderen Verantwortung gegenüber Umwelt, Mitmensch und Kosmos zum Thema hatten, gab Aivanhov ebenso wie Deunov tausenden Menschen Hoffnung und Inspiration zu einer bewussteren und ethischeren Lebensführung. Obwohl sein Werk aus Sicht der heutigen Zeit zum Teil als &#8220;mystisch&#8221; anzusehen ist, kommt darin ein lebendiger Entwicklungsgedanke in unmittelbarer Bemühung um den Mitmenschen zum Ausdruck. <span class="st">Über das Werk Deunovs äußerte bereits der Physiker Albert Einstein seine tiefe Wertschätzung mit den</span><span class="st"> Worten</span><span class="st">: &#8220;Die ganze Welt ehrt mich, doch ich verehre Peter Deunov von Bulgarien.&#8221;</span></p>
<p>Nach der offiziellen Eintragung als Glaubensgemeinschaft und dem Erwerb eines großen Geländes in Sèvres (Paris), zu dessen neu errichtetem Zentrum Menschen aus der ganzen Welt strömten, wurde Aivanhov zunehmend zur Zielscheibe von Angriffen und Hasstiraden lokaler Autoritäten. Insbesondere von Seiten des Journalismus musste er unbegründete Spötteleien und Kritik ertragen.</p>
<p>Da &#8220;Bruder Mikhael&#8221;, wie er sich selbst bezeichnete, in allen Lebensbereichen einen hohen moralischen Anspruch und eine tadellose Lebensführung bewies - seine Lehre gab er stets unentgeltlich weiter -, konnte zunächst keine offensichtliche Handhabe gefunden werden, um gegen ihn vorzugehen.</p>
<p>Schließlich fand sich jedoch ein Mann, der zuvor Aivanhovs Mitwirken zu einem äußerst obskuren &#8220;Weltkongress&#8221; gesucht hatte, von diesem jedoch aufgrund bestehender unethischer Motive der Kongressveranstalter zurückgewiesen wurde, zu einem perfiden Angriff bereit. Da er sich durch die Zurückweisung persönlich beleidigt fühlte, schmiedete er ein Komplott, bei welchem er sich seiner guten Beziehungen zu Pariser Behörden und der Polizei bediente und bezichtigte Aivanhov des sexuellen Missbrauchs junger Frauen.</p>
<p>Nach zehn Jahren fruchtbaren Wirkens in Frankreich erfolgte schließlich am 21. Januar 1948 aufgrund falscher Zeugenaussagen die überraschende Verhaftung und Einlieferung Aivanhovs in die Santé, ein Gefängnis bei Paris.</p>
<p>Obwohl er im Zuge eines späteren Wiederaufnahmeverfahrens voll rehabilitiert wurde und die gegen ihn gerichtete Intrige entlarvt werden konnte, wurde Mikhael Aivanhov zu vier Jahren Haft, 10 Jahren Aufenthaltsverbot und 500 000 Francs Bußgeld verurteilt.</p>
<p>Schon sehr bald widerrief eine der Klägerinnen ihre falsche Aussage. Zunächst nahmen die Dinge jedoch ihren Lauf und Mikhael Aivanhov musste zwei Jahre im Gefängnis verbringen, bevor er nach einer Berufungsverhandlung am 24. März 1950 freigelassen wurde.</p>
<p>Seine Anhänger, die jahrelang Zeugen von Aivanhovs vorbildlicher Lebensführung waren, mussten dieser Intrige und einer entsprechend üblen Presseberichterstattung, welche den guten Ruf Aivanhovs fast vollständig vernichtete, ohnmächtig zusehen.</p>
<p>Zahllose Menschen, die den Rat und die Lehre des Mikhael Aivanhov suchten, wurden in dieser Zeit von einer Begegnung mit ihrem geistigen Lehrer abgehalten und das äußere Vereinsleben verlor seine tragende Stütze. Viele Mitglieder der „Fraternité“ konnten der tendenziösen Presseberichterstattung nicht standhalten und wendeten sich von der Lehre Aivanhovs wieder ab. Nur eine relativ kleine Schar hielt Mikhael Aivanhov während dieser Krisenzeit die Treue.</p>
<p>Erstaunlich ist, wie Aivanhov selbst die Zeit der gegen ihn geführten Kampagne kommentierte:</p>
<blockquote><p><img style="10px" src="http://selbstwerden.de/wp-content/uploads/Thomas/Aivanhov2a.jpg" alt="Aivanhov Portrait" /> Was mir widerfahren ist, dass die Zeitungen mich vor aller Welt als Satyr, als Ungeheuer hingestellt haben, war das nicht das Allerschlimmste? Verleumdung empfindet man als tödliches Gift. Aber die Einweihungslehre zeigte mir, dass dies das Allerbeste war, was mir geschehen konnte, weil ich dadurch gezwungen wurde, einen unbekannten Weg einzuschlagen, in mir Waffen und ungeahnte Hilfsmittel zu finden, Kräfte, die ich sonst niemals entdeckt hätte.</p>
<p>Zwei Jahre verbrachte ich in tiefster Dunkelheit. – Ich durchlebte sie mit großer Freude. Alles war schwarz, sehr schwarz, tiefschwarz. Dieses Schwarz ist ein Mysterium, In ihm, in der Dunkelheit, nehmen die Dinge Gestalt an Weiß ist die Manifestation, Schwarz die Formung. Ein Kind nimmt im Schwarzen seine Gestalt an. Das Schwarze hat eine zweifache symbolische Bedeutung: Für den Normalmenschen ist die Farbe Schwarz gleichbedeutend mit dem Bösen, mit Egoismus, mit der Hölle. Für die Eingeweihten ist es das nicht verständliche, nicht geklärte Mysterium.</p>
<p>Inmitten der größten Schwierigkeiten stellte ich fest, dass es in mir ein Wesen gab, das sang. In jedem gibt es dieses Wesen, das alles sieht, alles beobachtet, aber das immer singt, und dem es egal ist, was geschieht.</p></blockquote>
<p>Offensichtlich konnte Aivanhov die über ihn hereinbrechende Ungerechtigkeit zu einer tieferen Willenserkraftung nutzen. Während ein unschuldig verurteilter und von der öffentlichen Meinung verworfener Mensch sehr leicht versucht ist, in Gram und Zorn über den Undank der Welt gegenüber seinen idealistischen Motiven zu versinken, gelang es Aivanhov, den Strudel der geschilderten Ereignisse als entscheidende Phase seiner geistigen Reifung bzw. als seelische Prüfung aufzufassen.</p>
<p>Anstatt zum emotionalen Gegenschlag auszuholen, ließ er die Schmach der niederträchtigen Anschuldigungen über sich ergehen und gab sich während der Haft einer vertieften Betrachtung seiner Glaubensgrundsätze bzw. der ihm von seinem bulgarischen Lehrer Peter Deunov gelehrten Geisteswissenschaft hin.</p>
<p>Auch innerhalb des Gefängnisses versuchte er möglichst viel von der ihm innewohnenden Weisheit und Güte weiterzugeben. So dankten ihm viele Mitgefangene nach seiner Haftentlassung in Briefen für den geistigen Beistand, den sie durch seine Ratschläge und sein Beispiel erfahren hatten.</p>
<p><img src="http://selbstwerden.de/wp-content/uploads/Thomas/Aivanhov3a.jpg" alt="Aivanhov Portrait" align="left" /> <img src="http://selbstwerden.de/wp-content/uploads/Thomas/Aivanhov4a.jpg" alt="Aivanhov Portrait" align="right" /></p>
<p><em></em></p>
<p><em>Im Jahre 1953 wurde in der Nähe von Frejus der erste Sommerkongress der „Fraternité“ abgehalten. Alle, die Mikhael Aivanhov inmitten der Diffamierungen die Treue gehalten hatten, versammelten sich dort um ihn.</em></p>
<p><em></em></p>
<p><em></em></p>
<p>Nach überstandener Haft konnte die Vereinstätigkeit mit gesteigerter Kraft wieder aufgenommen werden und die europaweite Lehrtätigkeit von Mikhael Aivanhov erfuhr bis zu seinem Tod im Jahre 1986 eine über 30jährige Blüte. Sein Werk besteht heute aus über 5000 mitstenographierten oder elektronisch aufgezeichneten Vorträgen, welche er in Frankreich oder auch in anderen Ländern wie der Schweiz, in Kanada, England, Griechenland, Schweden sowie in den USA und Indien hielt und welchen oft mehrere Tausend Menschen beiwohnten. Etwa hundert Bücher wurden in ca. zwanzig Sprachen übersetzt und fanden weltweite Verbreitung unter spirituell suchenden Menschen.</p>
<p><img style="15px" src="http://selbstwerden.de/wp-content/uploads/Thomas/Aivanhov5a.jpg" alt="Aivanhov Portrait" align="left" /> <img style="35px" src="http://selbstwerden.de/wp-content/uploads/Thomas/Aivanhov6a.jpg" alt="Aivanhov Portrait" align="right" /></p>
<p>Betrachtet man das philosophische, künstlerische, pädagogische und allgemein kulturelle Leben der um Mikhael Aivanhov entstandenen Bewegung, so gewinnt man den Eindruck, dass sich dessen spiritueller Impuls erst nach überstandener Diffamierung und trotz äußerer Angriffe zu einer besonders intensiven Wirksamkeit steigern konnte.</p>
<p>Aivanhov selbst hat zu diesem Thema gesagt:</p>
<blockquote><p>Wie hat man die Eingeweihten doch alle mit Steinen beworfen&#8230; mit Bergen von Steinen! Aber sie fanden Mittel und Wege, sie in Edelsteine zu verwandeln. Das ist wahre Alchimie.</p></blockquote>
<p><img src="http://selbstwerden.de/wp-content/uploads/Thomas/Aivanhov7a.jpg" alt="Aivanhov Portrait" align="middle" /></p>
<p><img src="http://selbstwerden.de/wp-content/uploads/Thomas/Aivanhov8b.jpg" alt="Aivanhov Portrait" align="left" /><br />
<img style="29px" src="http://selbstwerden.de/wp-content/uploads/Thomas/Aivanhov9b.jpg" alt="Aivanhov Portrait" align="right" /></p>
<p><em>Noch als über 80jähriger widmete sich Mikhael Aivanhov intensiv der Kinder- und Jugendarbeit sowie regelmäßiger Vortragstätigkeit.</em></p>
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<p class="MsoNormal">
<p class="MsoNormal"><em><span style="115%;">Fotos (c) prosveta</span></em></p>
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<p class="MsoNormal"><span style="115%;"> </span></p>
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